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Das AUS für Beratungsförderung – Warum das Ende der Betriebsberatung Sachsens Mittelstand hart trifft

Published at Jul 22, 2025


Das AUS für Beratungsförderung – Warum das Ende der Betriebsberatung Sachsens Mittelstand hart trifft

Am 24.06.2025 hat der Sächsische Landtag mit der Verabschiedung des Landeshaushalts einen tiefen Einschnitt für die gesamte mittelständische Wirtschaft im Freistaat beschlossen: Die Beratungsförderung – Betriebsberatung steht ab sofort still, es stehen keine finanziellen Mittel mehr zur Verfügung – und das bis mindestens Ende 2026!!! Für viele Unternehmen, Beratungsstellen und Berater:innen ist das eine einschneidende, ja existenzgefährdende Entwicklung.

In diesem Beitrag beleuchten wir die Hintergründe der Entscheidung, fassen überprüfbare Quellen zusammen, zeigen die weitreichenden Folgen für Sachsens Unternehmen auf – und analysieren kritisch, was diese Sparmaßnahme für Wirtschaftskraft, Innovation und zukunftsorientierte Unternehmensentwicklung im reichen Bundesland Sachsen bedeutet.

1. Die Entscheidung im Überblick: Haushalt ohne Beratungsförderung

Mit dem Beschluss des Doppelhaushalts 2025/2026 am 24. Juni 2025 hat der Landtag die Weichen gestellt: Für die "Richtlinie Beratungsförderung" gibt es keine Fördermittel mehr. Damit können sächsische Unternehmen keine Anträge auf geförderte Betriebsberatung (z. B. im Bereich Digitalisierung, Innovation, Geschäftsmodellentwicklung oder Unternehmenssicherung) mehr stellen.

2. Chronik der Kürzungen und der gescheiterte Kampf um die Fördergelder

Bereits im Herbst 2024 wurde im Landtag über Einsparmaßnahmen diskutiert. Die Beratungsförderung galt als gefährdet – Wirtschaftskammern, Verbände und Beratungsnetzwerke forderten öffentlich den Erhalt, verwiesen auf die große Bedeutung professioneller Beratung gerade für kleine und mittlere Unternehmen (KMU).

Trotz zahlreicher Interventionen, Petitionen und Gesprächen auf allen Ebenen wurde die Entscheidung nicht revidiert. Die vom Sächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA) verwalteten Programme werden jetzt aufs Eis gelegt.

3. Was genau fällt jetzt weg?

Mit der Einstellung der Beratungsförderung entfällt ein Programm, das pro Jahr Hunderte Unternehmen unterstützt hat – sowohl bei „weichen“ Themen wie Nachfolge, Gründung oder Change Management als auch bei strategischen Herausforderungen wie Digitalisierung, KI-Einführung, Umstrukturierungen und Krisenmanagement.

Folgende Förderungen sind betroffen:

  • Betriebsberatung für Gründung und Nachfolge
  • Unternehmenssicherungsberatung
  • Digitalisierungsberatung (inkl. KI und Industrie 4.0)
  • Innovationsberatung
  • Förderung zukunftsweisender Qualifizierungen

Für Berater:innen und Beratungsunternehmen bricht mit sofortiger Wirkung ein zentraler Geschäftszweig weg. Für die Unternehmen fallen die geförderten Kostenanteile (meist zwischen 50% und 80%) vollständig weg – Betriebsberatung wird für viele schlicht unbezahlbar.

4. Die Folgen für sächsische Unternehmen

a) Innovations- und Transformationsfähigkeit gefährdet

Gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten steigt der Beratungsbedarf: Ob beim Einstieg ins KI-Zeitalter, bei der Fachkräftegewinnung, der Digitalisierung oder der Positionierung am Markt – fehlende Förderung hemmt Innovationskraft. Die Folge: Sachsen wird für Unternehmen zum Standort mit erhöhtem Kostenrisiko.

b) Benachteiligung im Standortwettbewerb – Risiko für Investitionen

Andere Bundesländer wie Bayern, Berlin oder Niedersachsen halten vergleichbare Beratungsförderungen aufrecht. Sachsen fällt im bundesweiten Vergleich zurück. Für Unternehmen eine klare Standortnachteil: Wer wachsen oder digitalisieren will, verlegt neue Projekte tendenziell ins förderungsfreudigere Bundesland.

c) Gefahr für Betriebsberater und Fachkräfte

Viele Beratungsunternehmen stehen vor deutlichen Umsatzeinbußen oder Existenzgefahr. Damit gehen wertvolle Kompetenzen verloren. Auch Startups und Neugründungen verlieren Zugang zu erfahrenen Expert:innen – ein Rückschlag für die sächsische Gründerszene.

d) Signalwirkung für die Wirtschafts- und Förderpolitik

Die Kürzung wird von vielen Unternehmen als ungewolltes Signal des Rückzugs interpretiert: Statt Investitionen in Know-how, Digitalisierung und Strukturwandel gibt es Sparzwänge. Das widerspricht der Ambition Sachsens als moderner, zukunftsstarker Wirtschaftsstandort.

5. Politik & Öffentlichkeit: Reaktionen, Kritik, Ausblick

Die Streichung der Beratungsförderung stößt parteiübergreifend auf breite Kritik. Insbesondere Kammern, Verbände und Dachorganisationen des Mittelstandes äußern Unverständnis:

Viele fordern in den kommenden Monaten einen Nachtragshaushalt oder Sondermittel für besonders dringende Fälle. Bis spätestens Ende 2026 ist jedoch keinerlei Planungssicherheit gegeben.

6. Was können Unternehmen jetzt tun?

  • Alternativen in Nachbarbundesländern prüfen
  • Mitglieder- und Branchenverbände kontaktieren, um Interessen zu bündeln und politischen Druck auszuüben.
  • Bei Bedarf Gespräche mit Landtagsabgeordneten suchen und den kritischen Zustand für die eigene Branche deutlich machen.

7. Fazit: Eine gefährliche Weichenstellung – Sachsen riskiert seinen Mittelstand

Die Einstellung der Beratungsförderung ist ein schwerer Rückschritt für Sachsens Wirtschaftsstruktur. Die Entscheidung, ausgerechnet in Krisenzeiten zu sparen, wird die Innovationsfähigkeit, Wettbewerbsposition und Zukunftssicherung vieler kleiner und mittlerer Unternehmen empfindlich schwächen. Gerade die Transformation zu digitalen Geschäftsmodellen und zukunftssicheren Arbeitsplätzen droht ins Stocken zu geraten.

Ob es im Jahr 2026 zu einem Nachtragshaushalt oder Sonderprogramm kommt, hängt nicht zuletzt vom öffentlichen und unternehmerischen Druck ab. Nutzen Sie deshalb jede Gelegenheit, im Gespräch mit Abgeordneten und Entscheidungsträgern auf die desaströsen Folgen aufmerksam zu machen.

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Foto von Towfiqu barbhuiya auf Unsplash



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